Landingpage oder Firmenwebsite: Auswahlhilfe
Entscheiden Sie anhand von Angebot, Zielgruppe, Navigation und Pflege, ob eine Landingpage oder eine Firmenwebsite besser passt.

Eine Landingpage bündelt einen klaren Zweck auf einer Seite. Eine Firmenwebsite verteilt mehrere Aufgaben auf eine nachvollziehbare Seitenstruktur. Welche Lösung passt, hängt deshalb weniger von der gewünschten Seitenzahl ab als von den Fragen, die Besucher vor einer Entscheidung beantwortet brauchen.
Für eine zeitlich begrenzte Kampagne, ein einzelnes Angebot oder eine Anmeldung kann eine Landingpage ausreichen. Soll der Auftritt mehrere Leistungen erklären, unterschiedliche Zielgruppen abholen und dauerhaft als zentraler Unternehmensauftritt dienen, ist eine Firmenwebsite meist tragfähiger.
Die Unterschiede als Entscheidungsfragen
| Kriterium | Landingpage passt eher | Firmenwebsite passt eher |
|---|---|---|
| Hauptziel | eine konkrete Aktion | mehrere Informations- und Kontaktziele |
| Angebot | ein klar abgegrenztes Angebot | mehrere Leistungen oder Bereiche |
| Zielgruppen | ähnliche Ausgangslage | unterschiedliche Fragen und Bedürfnisse |
| Navigation | kurze Sprungnavigation oder linearer Ablauf | eigenständige Seiten mit Hauptnavigation |
| Kampagne | eigenes Ziel für eine Anzeige oder Aktion | dauerhafter Unternehmensauftritt |
| Pflege | wenige, eng zusammenhängende Inhalte | Inhalte ändern sich getrennt voneinander |
| Erweiterung | spätere Erweiterung ist nicht absehbar | zusätzliche Leistungen und Ratgeber sind geplant |
„Eine Seite“ bedeutet dabei nicht automatisch „einfach“. Eine lange Landingpage kann mehrere Varianten, Bedingungen, Formulare und technische Verbindungen enthalten. Umgekehrt kann eine kleine Firmenwebsite mit wenigen klaren Unterseiten überschaubar bleiben.
Wann eine Landingpage genügt
Eine Landingpage ist sinnvoll, wenn alle Inhalte auf dieselbe Entscheidung hinführen. Typische Fälle sind:
- Anmeldung zu einer Veranstaltung,
- Anfrage für eine einzelne, genau beschriebene Leistung,
- Einführung eines neuen Angebots,
- Download eines bestimmten Dokuments,
- Kampagne mit eigener Botschaft und eindeutigem nächsten Schritt.
Die Seite sollte trotzdem nicht nur aus Überschrift und Formular bestehen. Interessierte brauchen genug Kontext, um die Aktion einordnen zu können: für wen das Angebot gedacht ist, welches Problem es löst, was enthalten oder ausgeschlossen ist, wer dahintersteht und was nach der Anfrage geschieht.
Google Search Central empfiehlt Inhalte, die in erster Linie Menschen helfen und den Zweck der Seite tatsächlich erfüllen. Daraus folgt keine Rankinggarantie. Für die Planung ist es aber ein gutes Gegenmittel gegen eine Landingpage, die nur viele Suchbegriffe wiederholt und die eigentliche Entscheidung offenlässt.
Wann die Firmenwebsite die bessere Basis ist
Eine Firmenwebsite ist passender, wenn Besucher verschiedene Wege benötigen. Ein Betrieb kann etwa Beratung, Umsetzung und Wartung anbieten. Jede Leistung löst andere Fragen aus und braucht möglicherweise andere Beispiele, Voraussetzungen oder Kontaktangaben.
Auch Vertrauen und Orientierung verteilen sich häufig auf mehrere Aufgaben: Unternehmensdarstellung, Leistungen, Arbeitsproben, Ratgeber, Kontakt und rechtliche Informationen. Eine klare Navigation macht diese Bereiche auffindbar. Der W3C-Leitfaden zu Menüs beschreibt Navigation als Abbild der zugrunde liegenden Website-Struktur und empfiehlt eine semantisch erkennbare, verständlich beschriftete Menüstruktur.
Für jede geplante Seite sollte sich deshalb ein eigener Zweck benennen lassen. Eine Unterseite ist nicht allein deshalb nötig, weil Wettbewerber sie haben. Sie ist sinnvoll, wenn sie eine unterscheidbare Frage besser beantwortet oder einen eigenen Arbeitsschritt unterstützt.
Drei Prüfungen vor der Entscheidung
1. Fragen sammeln
Notieren Sie alle Fragen, die vor einer Anfrage geklärt werden müssen. Markieren Sie anschließend, welche Fragen für alle Besucher gleich sind und welche nur eine bestimmte Leistung oder Zielgruppe betreffen. Bleibt fast alles gemeinsam, kann eine Landingpage genügen. Entstehen mehrere eigenständige Gruppen, spricht das für Unterseiten.
2. Hauptaktionen trennen
Eine Seite mit den gleichrangigen Zielen „Termin buchen“, „drei Leistungen vergleichen“, „Newsletter abonnieren“ und „Bewerbung senden“ hat keinen klaren Ablauf. Entscheiden Sie, ob ein Ziel Vorrang hat oder ob mehrere Bereiche jeweils einen eigenen Kontext benötigen.
3. Pflege nach dem Start betrachten
Werden Preise, Termine oder Angebotsvarianten häufig geändert? Soll später ein Wissensbereich entstehen? Müssen mehrere Personen unterschiedliche Inhalte pflegen? Die erwartete Weiterentwicklung kann eine strukturierte Firmenwebsite bereits zum Start sinnvoll machen. Eine spätere Erweiterung ist zwar möglich, sollte aber nicht auf einer ungeplanten Aneinanderreihung von Sektionen beruhen.
Fehlerfall: Kampagnenseite wird zum gesamten Auftritt
Ein Unternehmen startet mit einer Landingpage für eine konkrete Leistung. Danach kommen eine zweite Leistung, Stellenangebote, mehrere Regionen und ein Wissensbereich hinzu. Alles wird untereinander auf dieselbe Seite gesetzt. Die Hauptnavigation fehlt, ähnliche Kontaktbuttons führen zu unterschiedlichen Formularen, und wichtige Inhalte lassen sich kaum direkt verlinken.
Der Fehler war nicht der Start mit einer Landingpage. Es fehlte ein Umschaltpunkt. Legen Sie vorher fest, wann die Struktur neu bewertet wird, etwa wenn ein zweites eigenständiges Angebot, eine deutlich andere Zielgruppe oder mehrere dauerhaft gepflegte Inhaltsbereiche hinzukommen.
Keine Mischform ohne klare Aufgabe
Landingpage und Firmenwebsite schließen sich nicht aus. Eine bestehende Firmenwebsite kann für eine begrenzte Kampagne eine eigene Landingpage erhalten. Sie sollte dann erkennbar zur Marke gehören, notwendige rechtliche und Kontaktinformationen erreichbar halten und keine widersprüchlichen Aussagen zur Hauptwebsite enthalten.
Eine „Onepage-Website“ kann ebenfalls ein dauerhafter Firmenauftritt sein. Entscheidend bleibt, ob die lineare Struktur alle notwendigen Inhalte verständlich trägt. Der Seitentyp allein sagt nichts über Qualität, Auffindbarkeit oder Eignung aus.
Checkliste für das Briefing
Vor einem Angebot sollten Sie diese Punkte beantworten:
- Welche eine Entscheidung oder welche mehreren Entscheidungen soll der Auftritt erleichtern?
- Wie viele klar unterscheidbare Leistungen gibt es?
- Haben die Zielgruppen verschiedene Fragen?
- Welche Inhalte müssen direkt verlinkbar sein?
- Ist eine Kampagne zeitlich begrenzt oder dauerhaft?
- Welche Inhalte ändern sich unabhängig voneinander?
- Welche Erweiterungen sind bereits realistisch geplant?
- Wer pflegt Inhalte und prüft Kontaktwege?
- Welcher Seitentyp soll später als zentraler Unternehmensauftritt dienen?
Der Ratgeber Was gehört in ein gutes Website-Angebot? hilft, Seiten, Funktionen, Zuständigkeiten und Abnahme vergleichbar zu beschreiben. Die Kostenfaktoren einer Firmenwebsite zeigen, warum Umfang und Funktionen wichtiger sind als die bloße Zahl der Seiten.
Die Leistung „Website erstellen lassen“ ordnet neue Websites, Überarbeitungen und überschaubare Baukastenlösungen nach der tatsächlichen Aufgabe ein. Für eine konkrete Auswahl können Sie Angebot, Zielgruppe und wichtigste Aktion über die schriftliche Anfrage beschreiben. Ein Telefontermin ist dafür nicht erforderlich.