Domain und Hosting: Checkliste für den Wechsel
Planen Sie Domain-, Hosting- und Websitewechsel getrennt und sichern Sie Konten, Daten, DNS und E-Mail vor der Umschaltung.

Ein Anbieterwechsel ist selten nur ein einziger Umzug. Domainregistrierung, DNS, Websitehosting, E-Mail und externe Dienste können beim selben Anbieter liegen, technisch aber getrennte Aufgaben sein. Wer lediglich einen Transfercode anfordert, hat deshalb noch keine Website und keine Postfächer migriert.
Die wichtigste Vorbereitung lautet: erst die Bestandteile und Kontoinhaber erfassen, dann die Reihenfolge des Wechsels festlegen. Die Kündigung folgt erst, wenn die benötigten Daten gesichert und die neuen Dienste geprüft sind.
Domain, DNS, Hosting und E-Mail auseinanderhalten
| Bestandteil | Aufgabe | Typischer Zugang |
|---|---|---|
| Domainregistrierung | Ordnet den Domainnamen einem registrierten Inhaber und Registrar beziehungsweise Provider zu. | Domain- oder Kundenkonto |
| DNS | Legt fest, wohin Website, E-Mail und weitere Subdomains zeigen. | DNS-Verwaltung oder Nameserver-Konto |
| Websitehosting | Liefert Dateien, Anwendung und Datenbank der Website aus. | Hostingpanel, SFTP/SSH, Datenbank |
| Betreibt Postfächer, Weiterleitungen und Zustellung. | Mail-Administration und einzelne Postfächer | |
| Externe Dienste | Formulare, Newsletter, Analyse oder andere Funktionen. | jeweiliges Dienstkonto |
Ein Domaintransfer ändert zunächst die Verwaltung der Domainregistrierung. Er kopiert nicht automatisch Website-Dateien, Datenbanken oder Postfachinhalte. Auch eine unveränderte Domain kann während eines Hostingwechsels auf einen neuen Server zeigen, wenn die DNS-Einträge entsprechend vorbereitet werden.
Vor dem Wechsel: Inhaberschaft und Zugriffe klären
Das Unternehmen sollte wissen, in wessen Namen die Domain registriert ist und wer die zugehörigen Nachrichten empfangen kann. Für .de-Domains beschreibt DENIC den Domaininhaber als die Stelle, die den bisherigen Provider mit der Erstellung der AuthInfo beauftragt und den Code an den neuen Provider weitergibt. Bei generischen Domains wie .com richtet sich der Transfer nach der ICANN-Policy und den Abläufen des jeweiligen Registrars.
Erfassen Sie für jedes Konto:
- Anbieter und Kundennummer,
- Vertrags- oder registrierter Inhaber,
- administrative E-Mail-Adresse,
- verfügbare Rollen und Zugänge,
- Zwei-Faktor-Authentifizierung und Wiederherstellungsweg,
- Laufzeit, Kündigungsfrist und offene Zusatzdienste,
- zuständige Person im Unternehmen.
Passwörter gehören nicht in die Checkliste. Dokumentieren Sie stattdessen, wo der Zugang sicher verwaltet wird und wer ihn bei Bedarf freigeben kann. Wenn ein Dienst eigene Benutzerrollen anbietet, erhält jede beteiligte Person einen passenden Zugang.
Die vollständige Sicherung vor der Umschaltung
Je nach Website werden andere Daten benötigt. Mindestens zu prüfen sind:
- Website-Dateien oder bereitgestellter Quellcode,
- Datenbankexport,
- hochgeladene Bilder und Dokumente,
- Konfigurationswerte und benötigte Umgebungsvariablen,
- Weiterleitungen und besondere Serverregeln,
- DNS-Zone mit A-, AAAA-, CNAME-, MX- und TXT-Einträgen,
- Postfächer, Aliasse und Weiterleitungen,
- Formulardaten und Zustellwege,
- Zertifikats- und Domainvalidierungen,
- Konten externer Dienste sowie deren Eigentümer.
Ein Export sollte vor der Kündigung lesbar und in einer geeigneten Testumgebung verwendbar sein. Bei verwalteten Plattformen kann ein Export nur einen Teil der Website enthalten. Halten Sie deshalb fest, was tatsächlich übergeben wird und welche Teile neu aufgebaut oder neu verbunden werden müssen.
Der Wechsel in einer kontrollierten Reihenfolge
Eine allgemeingültige Klickfolge gibt es nicht, weil Anbieter und Technik variieren. Diese Reihenfolge hilft bei der Planung:
- Bestand aufnehmen: Konten, Verträge, DNS, Website, Datenbank, E-Mail und externe Dienste dokumentieren.
- Neues Ziel vorbereiten: Hosting einrichten, Daten importieren, Konfiguration ergänzen und einen Testzugang schaffen.
- Website prüfen: zentrale Seiten, Medien, Weiterleitungen und Anfrageweg auf dem neuen System testen.
- E-Mail vorbereiten: Postfächer und DNS-Einträge planen; bestehende Nachrichten bei Bedarf migrieren.
- DNS oder Domain umstellen: abhängig davon, ob nur Hosting, nur Registrar oder beides wechselt.
- Nach der Umschaltung kontrollieren: Website, HTTPS, E-Mail-Empfang und -Versand sowie externe Integrationen prüfen.
- Altvertrag erst danach beenden: nur wenn Daten, Zugänge und vereinbarte Übergangszeit geklärt sind.
DNS-Änderungen können zwischengespeichert sein. Planen Sie deshalb eine Übergangsphase, in der altes und neues System bei Bedarf erreichbar bleiben. Versprechen Sie intern keine sekundengenaue Umschaltung, wenn Cachezeiten und fremde Netze beteiligt sind.
.de-Domain: AuthInfo richtig einordnen
DENIC beschreibt für .de-Domains diesen Ablauf: Der Domaininhaber beauftragt den bisherigen Provider mit der AuthInfo, erhält sie und gibt sie an den neuen Provider weiter. Der neue Provider stellt damit den Wechselantrag. Die DENIC-Seite zum Providerwechsel nennt für die AuthInfo eine automatische Gültigkeitsdauer von 30 Tagen.
Die AuthInfo ist damit ein sensibler Transfercode. Sie sollte nur an den vorgesehenen neuen Provider übermittelt und nicht in frei zugänglichen Projektunterlagen abgelegt werden. Ein Wechsel des Domaininhabers ist außerdem eine andere Entscheidung als der reine Wechsel des verwaltenden Providers und muss ausdrücklich geprüft werden.
Andere Domainendungen: Regeln des Registrars prüfen
Für Domains unter ICANN-Regeln muss der registrierte Domaininhaber einen Transfer grundsätzlich autorisieren. Die aktuelle ICANN Transfer Policy nennt auch Gründe und Sperren, die einen Transfer verhindern oder verzögern können. Änderungen an Inhaberdaten können eine 60-Tage-Sperre auslösen; die konkrete Anwendung und mögliche Ausnahmen sind beim Registrar zu prüfen.
Deshalb sollten Sie nicht unmittelbar vor dem geplanten Transfer unkoordiniert Inhaberdaten ändern. Prüfen Sie zuerst Domainendung, Registrarstatus, Kontaktdaten, Sperrstatus und den vorgesehenen Ablauf. Die DENIC-Regeln für .de dürfen nicht einfach auf .com, .org oder andere Endungen übertragen werden.
Fehlerfall: Website läuft, aber E-Mail kommt nicht an
Nach dem Hostingwechsel zeigt die Domain auf den neuen Webserver. Die Website ist sichtbar, doch Angebotsanfragen erreichen das Unternehmen nicht. Beim Übertragen der DNS-Zone wurden die MX-Einträge für den Mailanbieter und ein TXT-Eintrag zur Absenderprüfung vergessen.
Dieser Fehler entsteht, wenn DNS nur als „Websiteadresse“ behandelt wird. Vor der Umschaltung sollte die vorhandene Zone exportiert oder vollständig dokumentiert werden. Jeder Eintrag erhält eine Funktion: Website, E-Mail, Verifizierung oder externer Dienst. Nach der Änderung werden Website und E-Mail getrennt geprüft. Eine Testnachricht sollte in beide Richtungen laufen; bei Formularen wird zusätzlich geprüft, ob sie tatsächlich beim vorgesehenen Postfach ankommen.
Übergabe- und Wechselcheckliste
Vor der Kündigung des bisherigen Vertrags sollten Sie diese Fragen mit Ja beantworten können:
- Ist der registrierte Domaininhaber bekannt und erreichbar?
- Gehören die zentralen Konten dem Unternehmen oder ist ein Übergabeweg dokumentiert?
- Sind Domain, DNS, Hosting und E-Mail getrennt erfasst?
- Liegen Website-Dateien, Datenbank, Medien und relevante Konfigurationen vor?
- Ist bekannt, welche Plattformbestandteile nicht exportiert werden können?
- Wurde die DNS-Zone dokumentiert?
- Sind Postfächer, Aliasse und Weiterleitungen erfasst?
- Funktioniert die Website am neuen Ziel vor der öffentlichen Umschaltung?
- Sind Kontaktformular, E-Mail und HTTPS nach der Umschaltung geprüft?
- Gibt es einen Rückfallweg und eine verantwortliche Person?
- Werden Altverträge erst nach bestätigter Übergabe beendet?
Der KDS-Ratgeber Website-Angebote richtig vergleichen hilft, Übergabe und Abgrenzung vor der Beauftragung festzuhalten. Die Leistung für einen Website-Neuaufbau beschreibt den möglichen Rahmen für eine individuelle Umsetzung. Für die Einordnung eines konkreten Wechsels können Sie Anbieter, Domainendung und vorhandene Zugänge über die schriftliche Anfrage beschreiben.